Mittwoch, 20. September 2017

Abendstimmung

Die kleine Radrunde bringt mich auf den Friedhof. Das Grab meiner Eltern bedarf ein wenig Hege und Pflege. Sieht nicht so schlimm aus, wie befürchtet. Irgendwer hat hinter unserem großen Grabstein eine Gießkanne deponiert. Merkwürdig.

Ich zupfe das "Unkraut" heraus, ich hab die Mini-Akku-Heckenschere dabei und frisiere die Bodendecker zum letzten Mal in diesem Jahr. noch zwei Jahre und dann ist die Erde überwuchert, dann wird die Gestaltung des "Wochenendgrundstückes" nochmal einfacher. Momentan gehe ich nicht mehr so oft dahin, dennoch vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht mehrfach an die beiden denke. Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nix zu tun.

Als ich fertig bin ist die Sonne nochmal ein Stück tiefer gesunken und ich muss die Handschuhe anziehen. Eine Mütze hab ich in weiser Voraussicht schonmal aufgesetzt. Ich fahre über das Nachbarstädtchen in einer großen Runde durch den Blumengarten, den angrenzenden Wald zum nächsten Dorf und in einer Schleife an einem Pferdehof vorbei, nach Hause. Der Geruch der Pferde ist wohltuend, die frisch gemähten Wiesen rundherum eine Wonne.

Ich fühle mich stabil und habe das Gefühl, die Krise der letzten Wochen halbwegs hinter mir zu haben.

Die Situation auf der Arbeit entspannt sich im Moment. Eine Teamsitzung heute hat mich auch wieder ein Stück weiter gebracht. Zu meiner Verantwortung gehört auch, schwierige Personalentscheidungen zu treffen und ich habe heute in die Wege geleitet, dass wir uns vorzeitig von jemanden trennen werden. Das geht mir nie am Arsch vorbei und auf der persönlichen Ebene kotzt mich das an. Aber wir sind keine Therapieeinrichtung für die Mitarbeiter, und brauchen Personen, die sich auf unsere Klienten konzentrieren können. Schwierig.




Splittereien

Ein latenter Schnupfen und grippeähnliche Symptome machen sich in mir breit, fühle mich schlapp. Das ist die Rechnung für den Freitag, den ich in einem sehr kalten Seminarraum verbrachte und vermutlich dann doch die Wandertour, denn "warm" war uns selten - trotz der Anstrengung.

Der neue Chef hat gestern eingeräumt, dass er in den letzten Monaten sehr angespannt war und rechtfertigte sich anschließend in einem Jammerton über die Belastung und Verantwortung. Ich könnte quietschen. Hallo, der Kerl ist 62! Jahre alt. Er hätte auch "nein" sagen können.

Als ich ihm anbot, dass er ja den Antrag für unser Seniorenprojekt für sich stellen könnte, drohte er mir "spaßig" mit einem Mitarbeitergespräch und kommentierte das alles zum Schluss mit "ich kann dich nicht leiden".

Alles geschwätzt, wie der Saarländer sagt. Aber ich habe ganz vorsichtig Hoffnung, dass er sich wirklich etwas entspannt und kapiert, dass von uns keine Bedrohung ausgeht. Dass wir unsere Arbeit machen, in aller Ernsthaftigkeit. Es kam sogar ein unerwartetes Danke und ein Lob für die schriftliche Zusammenfassung eines Meetings in der letzte Woche an ihn und an den Geschäftsführer.

Was ein bissl peinlich war, war die Selbstbehudelei, dass die anderen der Geschäftsleitung ihm auch sagen würden, wie toll sie ihn seine Arbeit fänden.

Mein Humor kommt wieder, gottseidank.

Sonntag, 17. September 2017

17,6 Kilometer

Heute sind die liebe N. und ich zusammen 17,6 Kilometer gewandert.

Wir haben 6 h gebraucht inkl. der Pausen. Der Wettergott hat mitgespielt und uns den Regenguss erspart, der eigentlich laut Wetterapp angekündigt war.

Die Wanderung ging über einen Wildnistrail im Nordsaarland und der Weg machte seinem Namen alle Ehre. Manchmal führte der Weg über Stock und Stein und quer durchs Unterholz, während direkt 1 Meter daneben der breite ausgebaute Waldweg führte. Aber die Beschilderung war erstklassig und entspricht wirklich der Klassifikation 'Premiumweg'.

Was fehlte, aber da kann der Weg nix für, war ein toller Fernblick.

Für die Anreise braucht man gut eine Stunde von uns aus, aber die hat sich auf alle Fälle gelohnt.

Auch die anschließende Völlerei im Restaurant des Wildparkes in der Nähe war genau das Richtige zum Abschluss.






Samstag, 16. September 2017

Ordinary Day

Was für ein schöner Tag.

Schlafen bis 8 Uhr (leider von der Arbeit in XXL geträumt - u.a. duze ich jetzt unseren Geschäftsführer).

Chillen bis 11 Uhr.

Putzen bis 13 Uhr.

Nickerchen bis 16 Uhr.

Einkauf in einem sehr entspannten EDEKA Markt.

Kochen.

Fernsehen.

Fertig.

Durchschnauf!!!

Freitag, 15. September 2017

Steigerung

Durchschnauf!

Der gestrige Donnerstag war nochmal besser als der Mittwoch. Ich hatte morgens kollegialen Besuch einer Mitarbeiterin eines anderen Fachdienstes und sie hat mich mit ihrer erfrischenden und offenen Art derart zum Lachen gebracht, dass ich mich aufrichtig hinterher bedankt hab.

Spätestens in der Mittagspause mit einer netten weiteren Kollegin, die aus dem Urlaub zurück war, merkte ich, dass mein Humor langsam zurück kommt.

Um 17.15 Uhr stürzte ich aus dem Büro und traf mich mit einem Bandkollegen zum Abendessen. Gestern spielte die "Spider Murphy Gang" in unserer Stadt und wir haben von unserer Bandgage einen Betriebsausflug organisiert und wollten uns später mit den anderen treffen.

Das Essen und insbesondere das Gespräch zum Essen waren nochmal ein Schub in eine positivere Richtung für mein Gleichgewicht.

Das tolle Konzert anschließend mit den irre guten Musikern war dann das Sahnehäubchen. Die Jungs rund um Günter Sigl sind der Hammer. Als dieser dann auch noch irgendwann erzählte, er sei dieses Jahr 70 geworden worden war ich hin und weg.




Mittwoch, 13. September 2017

Tief

Heute war mit Abstand der beste Tag der letzten 14 Tage.

Ich stehe aber immer noch ziemlich neben mir. Bin verletzlich und tierisch verunsichert. So ging es mir seit Jahren nicht mehr. Meine Schotten sind angeraut. Das macht mir Angst. Verfalle in alte Muster, bin teilweise aggressiv und hab mich selbst schlecht unter Kontrolle. Meine Geduld ist ungefähr in Grönland. Zweifle an allem und jedem.

Werde wahnsinnig, weil ich ganz subjektiv das Gefühl hab ein völliger Vollidiot zu sein, weil ich meine Arbeit richtig machen möchte und rundherum der Wahnsinn tobt.


Sonntag, 10. September 2017

Sonntag

Da fahren wir stundenlang durch Belgien, um die besten Fritten zu finden und dann schmecken die überhaupt nicht so lecker.

Ich muss gestehen, dass mir die Eifel nicht so gut gefällt. Mag an meiner Gesamtlaune liegen.

Die Birne bekommt und bekommt keine Ruhe. Es ist zum Kotzen.